Erste Weinbergsarbeiten Teil 1: Rebschnitt und Einkürzen

Die ersten Arbeiten im eigenen Weinberg waren Ende März abgeschlossen. Zuerst stand der Rebschnitt an, also das Zurückschneiden der Reben. Diese Arbeit wird jährlich im Winter durchgeführt. Neben viel Vorarbeit für die kommenden Jahre hieß das in diesem Jahr auch Auswahl des richtigen Werkzeugs. In meinen bisherigen Weinbaupraktika habe ich immer mit meiner manuellen Bahco Schere mit Rollgriff geschnitten.

Bahco Rebschere

Das funktioniert prima, geht bei einem Schreibtischtäter wie mir aber schnell aufs Handgelenk. Deshalb probierte ich zu Beginn die drei gebräuchlichsten Elektroscheren für den Weinbau und eine für den Obstbau aus und entschied mich schließlich für die Felco 801.

Felco 801 o Koffer

Elektrische Rebschere Felco 801

Wer sich für meinen ausführlichen Testbericht der Elektroscheren Felco 801, Electrocoup F3010, Pellenc Lixion und Felco 820 interessiert, findet ihn unter diesem Link:  2014-02-15 Blog Auswahl Elektroschere

Neben dem jährlich durchzuführenden Rückschnitt der einjährigen Triebe standen zwei Aspekte im Vordergrund der diesjährigen Arbeiten: Umstellung der Erziehungsform der Reben von Flachbogen auf Kordon und Einkürzen zu hoch gewachsener Rebstämme auf eine sinnvolle Höhe.

Rebschnitt und Einkürzen

Die Umstellung auf Kordon ist relativ einfach. Beim Rebschnitt bleiben einfach zwei einjährige Ruten pro Rebstock stehen. Eine davon wird später als Flachbogen an den Biegedraht gebunden. Die zweite bleibt als Frostrute stehen, ist also eine „Versicherung“ falls beim Binden eine Rute abbricht oder im Verlauf des Frühjahrs noch später Frost einsetzen sollte, der die gebundenen Ruten schädigt. Der vorher/nachher Vergleich eines Rebstocks sieht dann so aus:

 

Rebstock vor und nach Rebschnitt

Rebstock vor und nach dem Schnitt

Die gebundene Rute bleibt bei der Kordonerziehung für mehrere Jahre stehen. Es werden dann die einjährigen Ruten im nächsten Jahr nur noch zu Zapfen eingekürzt, aus denen dann wieder neue einjährige Ruten wachsen. Wie das dann aussieht wird nächstes Jahr hier zu sehen sein.

Mit dem Einkürzen der Rebstöcke wird die Bearbeitung des Weinbergs bereits für die folgenden Jahre vorbereitet. Prinzipiell möchten wir die Rebe eher niedrig halten. Ihr Stamm sollte etwa auf Höhe des ersten Drahtes im Drahtrahmen enden.

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